Siegfried Pichler

Baggerführer. Widerstandskämpfer gegen das NS-Regime. Hingerichtet.

* 1911    † 1943

 

Lebenslauf

Siegfried Pichler wurde am 10.2.1911 in Untergrimming (Steiermark) geboren. Er arbeitete als Baggerführer in Wismath/Eisenerz.

Widerstand, Verhaftung, Todesurteil

Am 15. 11. 1941 wurde Siegfried Pichler verhaftet und am 10. 5. 1943 in Graz gemeinsam mit Johann Pech, Martin Michelli und Alexander Soukup (alle hingerichtet) zum Tode verurteilt. Am 7.9.1943 erfolgte seine Hinrichtung im Landesgericht I in Wien.

Aus dem Urteil

„Johann Pech gibt zu, dem Siegfried Pichler etwa 200 Sprengkapseln und 30 m Zündschnur gegeben zu haben. Er will freilich glauben machen, er habe damit Pichler im Bergwerksbetrieb aushelfen wollen. (…) Siegfried Pichler ist seiner inneren Einstellung nach zweifellos Kommunist. Hat er doch um die Jahreswende 1940/1941 in der Arbeiterbaracke, in der er wohnt, mit geballter Faust ’Heil Moskau‘ gegrüßt; wie er behauptet, zum Scherz; (…) Er hat an den beiden Michelli-Treffen teilgenommen, also auch am zweiten, obgleich er vom ersten her wusste, was dort gesprochen wurde. Er will nun die Pakete mit den Kapseln und der Zündschnur von Pech ohne Kenntnis ihres Inhaltes bekommen haben, um sie aus Gefälligkeit für Pech Soukup weiterzugeben.“

Gedenkort - Landesgericht für Strafsachen. Wien

Im ehemaligen Hinrichtungsraum des Landesgericht für Strafsachen Wien findet sich sein Name auf einer der Gedenktafeln.

Gedenkort - Gruppe 40, Zentralfriedhof

In der Gruppe 40 wurden die im Wiener Landesgericht Hingerichteten beerdigt. 2013 wurde die Gruppe 40 zur Nationalen Gedenkstätte erklärt.

Quellen und Bildnachweise

  • Willi Weinert, "Mich könnt ihr löschen, aber nicht das Feuer". 4. Auflage Wiener Stern Verlag, 2017
  • Bild Fallbeil/Guillotine: Leihgeber Kurt Brazda
  • Andere Bildrechte: Angabe bei Anklicken des Bildes (Bildinformation)
  • Andere Bilder: Privatbesitz oder Verein Zur Erinnerung

Porträt erstellt von Jürgen Heimlich, Verein Zur Erinnerung, auf Basis der angegebenen Quellen.

Weiterführende Informationen

  • DÖW Katalog zur permanenten Ausstellung. Hg. v. Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands, Wien 2006
  • Wolfgang Neugebauer, Der österreichische Widerstand 1938-1945, Wien 2008
  • Die Geschichte des Grauen Hauses und die österreichische Gerichtsbarkeit, Wien 2012
  • DÖW (Hg.) Widerstand und Verfolgungen in den österreichischen Bundesländern (Wien, Burgenland, Oberösterreich, Tirol, Niederösterreich, Salzburg), Wien 1975-1991
  • Heinz Arnberger, Claudia Kuretsidis-Haider (Hg.) Gedenken und Mahnen in Niederösterreich. Erinnerungszeichen zu Widerstand und Verfolgung, Exil, Befreiung, Wien 2011
  • Brigitte Bailer, Wolfgang Maderthaner, Kurt Scholz (Hg.), „Die Vollstreckung verlief ohne Besonderheiten“, Wien
  • Herbert Steiner, Gestorben für Österreich. Widerstand gegen Hitler. Eine Dokumentation, Wien 1995
  • Herber Steiner, Zum Tode verurteilt: Österreicher gegen Hitler. Eine Dokumentation, Wien 1964
  • Willi Weinert, „Mich könnt ihr löschen, aber nicht das Feuer“. Biografien der im Wiener Landesgericht hingerichteten WiderstandskämpferInnen gegen das NS-Regime. Ein Führer durch die Gruppe 40 am Wiener Zentralfriedhof. 4. Auflage Wiener Stern Verlag 2017
  • Lisl Rizi, Willi Weinert, „Mein Kopf wird euch auch nicht retten“. Korrespondenzen österreichischer WiderstandskämpferInnen aus der Haft. 4 Bände. Wiener Stern Verlag 2016

Web-Hinweise


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